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Vom Buch zum Hörbuch, ein kleiner Einlick.
"Es war einmal, ein........", das aber ist eine andere Geschichte.
Das Buch, der Text, die Story liegt vor:
Vorbereitung: Zuerst, und das ist die eigentliche Arbeit des Sprechers- der SprecherIn, auch wenn ein Regisseur die Produktion betreut, wird der zu sprechende Text z.B. bei klassischen Werken Handschriftlich mit Anmerkungen, Notizen, Zeichen (ähnlich wie in einer Partitur) so ausgearbeitet, das wärend des sprechens Duktus, Sprachthempo/ rythmus und Dramaturgie sinngemäß eingehalten werden kann, denn auf die Betonung kommt es an! Oft wird auch eine Probelesung im beisein eines anderen, z.B. Tontechnikers oder nativen Sprecher bei Fremdsprachigen Inhalt oder Dialekt wie bei Th. Fontane "Ellernklipp" mit seinen Plattdütschpassagen abgehalten, a la frag mich mal ab!
Also Zeitaufwendig auch vom Personalaufwand her eine ganze Menge Arbeit!
Achtung Aufnahme: Und Bitte!
Die Kabine in der der/die SprecherIn am Mikrofon Ihren Platz einnimmt ist hergerichtet. Das Großmembran-Mikrofon vor dem Sprecher aufgebaut und ein Kopfhörer bereitgestellt. Jeder Sprecher hat an seinem Arbeitsplatz seine Vorlieben. Der eine zieht es vor im stehen zu arbeiten, der andere möchte bequem sitzen, was bei längeren Produktionen bevorzugt wird. Unsere akkustisch optimierte und gedämmte Kabine dient in erster Linie dazu das die sprechende Person für sich und abgeschirmt von eventuellen Störeinflüßen wie Straßenlärm, Ventilatoren oder ähnlichem ist, also ungestört arbeiten kann, was natürlich der Qualität der Aufnahme zu Gute kommt. Es gibt Aufnahmen die klingen wie in einer Turnhalle oder nach dem Rauschen eines Wasserfalls, was ja bei Hörspielen ein interessanter Effekt sein mag, aber in einer Hörbuchproduktionen ist das nun gar nicht erwünscht. Dewiese, je trockener, je besser. Der Zuhörer soll sich ja auf Stimme und Dialoge des Sprechers konzentrieren können.
Der mitlesende Regisseur bzw. Tontechniker steht wären der Aufnahme über Lautsprecher und einem Talkback-Mikrofon (im Regieraum) in direkter Verbindung mit dem Sprecher und kann z. B. auf Versprecher oder Sprechthempo reagieren.Letzteres erfordert allen Beteiligten, also Sprecher und Tontechnik bzw. Regie höchste Konzentration. Denn nach Möglichkeit sollte ain Nachsprechtermin für fehlende oder falsch betonte Wörter/Sätze nicht nur aus Zeitlichen Gründen und auch Tagesform des Sprechers, Abstand zum Mikrophon vermieden werden. Das Aufnahmesignal wird vor der Aufzeichnung mit einer leichten Kompressor/ Limitereinstellung versehen, die ein einheitlicheren Dynamikverlauf regelt. Das heißt, zu laute Wörter werden runter geregelt, leise angehoben.
Die meisten Sprecher setzen zur Selbstkontrolle einen Kopfhörer, über dem Sie auch die Anweisungen aus dem Regieraum empfangen können auf. Im großem und ganzen wird eine Arbeitzeit/Sprechzeit von max 4 Stunden eingehalten, so das sich der Sprecher nicht überanstrengt und ihm nicht zu viele Fehler unterlaufen oder seine Stimme weg bleibt. Was wir auch schon erlebt haben. Mit prof. Stimmtaleten hat man aber auch schon über 8 Stunden gearbeitet, was aber wirklich ein Ausnahmefall ist. Es geht also besser frisch am nächsten Tag weiter. In der Zeit kann der Tontechniker schon ein wenig vorarbeiten.
Alles im Kasten: Uuund cut!
Die Aufnahmen, samt Versprecher in Sätzen, Passagen oder nur Wörtern wurden vom Tontechniker im Recordingprogramm (hier Cubase) auf einer extra Markerspur mit sogenannten ID Markern wärend der Aufnahme zum späteren schnellen auffinden der zu korrigierenden Stellen markiert. An diesen ID's werden nun Schnitte gestetzt und die Stellen, Passagen oder Teile die nicht benötigt werden gelöscht oder verschoben und das ganze an die Position, bis gewünschte Sprechthempo bzw. Betonungen, Pausierungen usw. passen.
Wieder ein ganzes Stück Arbeit.
Zur Technik: Anno Dazumal und Heute
Man bedenke das diese Arbeitsschritte zu der Zeit als es noch keine Rechnergestützte Aufnahmemöglichkeit gab und noch auf Magnetband (Tonband) mit Spurweite 1/2 und oder 1/4 Zoll aufgezeichnet und nachträglich per Hand die ausgewerteten Bandstücke zu einem Hörbuch von einem sogenannten Cutter zu einem Ganzen zusammengeklebt worden sind, so ist die heutige Arbeit am Rechner schon eine Erleichterung, die aber auch so einige Tücken mit sich bringt!
Geschafft!
Nach dem Korrekturlesen: Hier gilt 2 paar Ohren sind besser als eins!
Das Audiomaterial entspricht nun genau dem Text und ist eine gelungene Sache.
Der gesammte Track, korrigiert und zusammengefaßt liegt nun in der Timeline an. Der Tontechnicker hat eventuelle Lautstärkeunterschiede, Equilizereinstellungen vorgenommen und auf einen weiblichen oder männlichen Sprecher optimal eingestellt. Nebengeräusche wir Atmer, Knackser oder Räusperer wurden durch Schnitt oder Filtereinstellungen ebenfalls elemeniert.
Nun geht es darum diesen langen Track, sagen wir 2,56 Stunden entweder in das Benutzerfreundliche und Internetfähige MP3 Format zu konvertieren und die Aufnahme in einzelne Kapitel aufzuteilen und in mehreren Dateien (Tracks) zu teilen. Den wer möchte schon bei einem über 2 Stunden Hörbuch vor oder zurück spulen müßen wenn er mal eine kurze Pause macht. Dabei erhält jeder Track seinen eigenen Namen und die Tracknummer. Das gleiche Prozedre gilt natürlich auch für Audio-CD's und deren .wav oder aif Dateien.
Nach dem aufteilen der .wav Dateien und/oder konvertieren in das MP3 Format, die nun im Projektorder liegen, können die Dateien nun ihrer eigendlichen Bestimmung zugeführt werden. CD's gebrannt, gepresst, MP3-Vertrieb oder zum download angeboten werden.
Ein Graphiker/Designer hat in der Zwischenzeit ein Cover für das Hörbuch ausgearbeitet. Zusammen mit einem Booklet auf dem weitere Informationen z.B. über Autor, Sprecher und Produktion/Studio stehen, kann das Werk nun als CD oder im www seine Reise antreten, wie in unserem kostenlosen Hörbuch "Der Jäger"
Viel Spaß beim zuHören!
Die Produktion eines Hörbuchs beinhaltet natürlich noch weitaus mehr,
worauf hier aber nicht weiter eingegangen wird.
Geschrieben von Ralf Leutheuser, ©Jan 2012










